Das Feuerwehrhelferchen
Für Freitag war ich um 8 Uhr zum Arzt bestellt, Blut zapfen. Um 6 Uhr aufgestanden, den Hunger bekämpft und um 7:45 dann aus der Haustür gehüpft und losgestiefelt Richtung Doc. Nach ein paar hundert Metern brausten mir 4 Leiterwagen der Feuerwehr, 2 Einsatzwagen der Polizei und ein Rettungswagen entgegen, alle mit Blaulicht und Martinshorn.
Um 8:10 machte ich mich dank fehlendem Frühstück und geschätzten 2 Litern Blut weniger auf ziemlich wackeligen Beinen auf den Heimweg.
Ganze 5 Minuten später kamen mir am Anfang unserer Straße gemütlich wieder 2 Leiterwagen und ein Polizeiauto entgegen. Ohne Blaulicht und Lalülala, daher wohl entspannt auf dem Rückweg.
Die Wagen bogen um die Ecke und 300 Meter später kam mir ein junger Mann in Trainingshose und Pulli entgegen. Ich weiß nicht mehr, ob er stärker geschwitzt als geschielt hat, jedenfalls war beides nicht zu übersehen.
Kein besonders auffälliger Mensch, eines der Gesichter, das man in dem Moment schon wieder vergessen hat, in dem man es sieht. Ich wollte auch einfach an ihm vorbei laufen, als er mich ansprach.
Wirrer: Hast Du das Feuerwehrauto gesehen? Willst Du mitkommen, schauen ob wir helfen können?
Gnom: Eh? Da oben ist kein Feuer…
Wirrer: Doch, deswegen sind die da ja gerade hin gefahren! Und ich wollte gucken, ob ich helfen kann.
Gnom: Das Feuer war da unten. *zeigt* Vor einer halben Stunde sind sie mit Blaulicht da hin gefahren, und eben gerade zurück.
Wirrer: Nein, die fahren da gerade hin!
Gnom: Dann hätten sie Blaulicht angehabt…
Wirrer: Komm, wir gehen helfen. Du würdest doch auch wollen, daß Dir jemand hilft, wenn Du in einem brennenden Haus bist!
Ich habe mich umgedreht und bin weiter gegangen, seine Rufe habe ich ignoriert.
Ja, ich würde wollen, daß mir jemand hilft. Zum Beispiel die Feuerwehr. Ich würde aber nicht wollen, daß irgendein Spinner den Feuerwehrleuten und Sanitätern im Weg rumsteht und die Arbeit erschwert, während ich verbrenne.